BDL Leasingnews - Ausgabe April 2021

Neuigkeiten rund um die Leasing-Wirtschaft und den investierenden Mittelstand


Investitionsklima: Leasing-Wirtschaft in Frühlingsstimmung

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Leasing-Branche steigt im März deutlich an und verzeichnet mit 16,5 Punkten den höchsten Stand seit Februar 2020 – vor dem ersten Lockdown in Deutschland. Deutlich verbessert haben sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate (von -15,2 auf 18,2 Punkte), aber auch die aktuelle Lage schätzt die Branche mit 14,9 (nach 2,7 Punkten) wieder deutlich positiver ein.

Die verbesserte Lage basiert vor allem auf der Stimmungsaufhellung bei den Leasing-Kunden im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor. Die Weltwirtschaft steht vor Nachholeffekten, nachdem die Pandemie überwunden ist. Insbesondere die USA, als einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, kommen mit den Impfungen schnell voran.

Zum ifo-Geschäftsklima Finanzierungsleasing

Gemeinschaftsdiagnose: Reduzierte Eigenkapitalbasis schwächt Investitionsdynamik

Bestätigt wird die gute Stimmung der Leasing-Gesellschaften durch die Gemeinschaftsdiagnose führender Wirtschaftsinstitute. Sie rechnen für den weiteren Jahresverlauf mit deutlich anziehenden Ausrüstungsinvestitionen.

Im Gutachten heißt es: „Vor dem Hintergrund bereits wieder deutlich stärker ausgelasteter Kapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe, einer stetig abnehmenden Unsicherheit und anhaltend günstiger Finanzierungsbedingungen wird dies im Sommerhalbjahr zu einer kräftigen Ausweitung der Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge führen." Für 2021 prognostizieren die Institute ein Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen von 8,7 Prozent, für 2022 von 6,5 Prozent. Die aufgrund der Pandemie reduzierte Eigenkapitalbasis vieler Unternehmen dürfte jedoch die Investitionsdynamik schwächen, fürchten die Experten.

„Die Herausforderungen der deutschen Wirtschaft bedingen breite Investitionen – z. B. in den digitalen Wandel, in Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Leasing ist hier eine gutes Finanzierungsinstrument, da es Eigenkapital schont. Als Sale-and-lease-back kann sogar Liquidität geschaffen werden“, erläutert BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen.

Zur Gemeinschaftsdiagnose

Corona-Krise: Leasing-Neugeschäft 2020 rückläufig

Die Folgen der Corona-Pandemie zeigten im vergangenen Jahr auch deutliche Auswirkungen auf das Leasing-Neugeschäft. Allerdings verlief das letzte Quartal des Jahres 2020 mit -4 % deutlich besser als das Vorquartal (-21 %).

Im Jahresvergleich schätzt der BDL einen Rückgang der Anschaffungswerte im Mobilien-Leasing (inklusive Mietkauf) gegenüber dem Rekordjahr 2019 von 10 Prozent. Diese Zahlen basieren auf einer Stichprobenerhebung unter den Mitgliedern des BDL. Die endgültigen Marktzahlen für 2020 stehen noch aus.

Den stärksten Rückgang neben dem volatilen Segment der Luft-, Wasser- und Schienenfahrzeuge (-26 %) verzeichnete 2020 das Segment Maschinenleasing (-18 %). Das Pkw-Leasing erholte sich im Jahresverlauf und zeigt eine Veränderungsrate von -3% im Vergleich zu 2019 auf. Deutlich höher fiel der Rückgang bei Nutzfahrzeugen aus (-12%).

Zur Quartalsentwicklung

 

Nutzfahrzeug-Förderprogramm für Mietkauf geöffnet

Das Förderprogramm des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) zur "Erneuerung der Nutzfahrzeuge" (ENF) wurde nach Leasing nun auch für Mietkauf geöffnet. Zweck des Programms ist es, durch eine Zuwendung in Form eines finanziellen Zuschusses einen Anreiz für den Austausch der Bestandsflotte schwerer Nutzfahrzeuge zugunsten moderner Fahrzeuge mit Elektro- und Wasserstoffantrieb oder mit konventionellem Verbrennungsmotor der Schadstoffklasse Euro VI zu schaffen. Leasing-Gesellschaften bieten neben Leasing auch Mietkauf zur Realisierung von Investitionen an. Mietkauf ist traditionell bei der Nutzfahrzeugfinanzierung weit verbreitet.

Weitere Informationen beim BAG 

Leasing trägt zur Kreislaufwirtschaft bei

Sowohl das Europäische Parlament (EP) als auch der Europäische Rat erkennen Leasing als ein Geschäftsmodell an, das zur Kreislaufwirtschaft beiträgt und weiter ausgebaut werden sollte. Der BDL hatte sich seit längerem für diese Anerkennung in Brüssel und Deutschland stark gemacht. Zuletzt hat das EP am 9. Februar 2021 dem Initiativ-Bericht zum Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft zugestimmt. In der Begründung wird der Ausbau einer vollwertigen Leasing-Wirtschaft als eines der wesentlichen Geschäftsmodelle des Aktionsplans befürwortet.

Der Rat hatte in seinen Schlussfolgerungen zu einem zirkularen und grünen Wiederaufbau die Kommission aufgefordert, das Potenzial neuer Geschäftsmodelle zu untersuchen, die die Effizienz und Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren könnten, z. B. Teilen, Leasing, Wiederaufbereiten von Produkten, deren Bereitstellung als Dienstleistung sowie das Eigentum der Hersteller und Modelle, die gleichzeitig die Schlüsselrolle von KMU und Verbrauchern in diesen neuen Geschäftsmodellen anerkennen.

Rat und EP haben ihre Stellungnahmen zu den Vorschlägen der Kreislaufstrategie der EU-Kommission abgestimmt und übermittelt. Nun erfolgt die Ausarbeitung von legislativen Vorschlägen.

Welchen Beitrag Leasing zur Kreislaufwirtschaft leisten kann, beschreibt Professor Dr. Thomas Hartmann-Wendels, Universität zu Köln, in einem Gastbeitrag für den BDL.

Wirtschaft fordert Nachbesserung beim Regierungsentwurf zum Sorgfaltspflichtengesetz

Mit dem Sorgfaltspflichtengesetz, mit dem die Bundesregierung die Menschenrechtslage im Ausland verbessern will, werden deutsche Unternehmen verpflichtet, für die Einhaltung von Menschenrechten (sowie Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards) entlang der Lieferkette einzustehen. In einer an die Bundesregierung verschickten Stellungnahme kritisieren fast 30 Verbände, darunter der BDL, die geplante Ausgestaltung des Gesetzes und fordern entsprechende Nachbesserungen. Sowohl Leasing-Gesellschaften als auch Leasing-Kunden werden vom Gesetzesvorhaben erfasst.

Zur Stellungnahme der Verbändeinitiative

Corona-Hilfsmaßnahmen zeigten Wirkung

Der BDL hat sich seit Beginn der Corona-Krise für die Unterstützung von KMU und Leasing-Kunden stark gemacht. Eine aktuelle Studie der KfW zur Belastung des Mittelstandes durch die Corona-Maßnahmen zeigt nun, dass nur 4 Prozent der befragten Unternehmen während der Lockdown-Phasen im Januar 2021 und im April 2020 ihre Leasing-Raten nicht bedienen konnten. Im Juni und September 2020 waren es sogar weniger (1 bzw. 2 Prozent). 

Mit den Mitteln aus den Hilfsprogrammen können betriebliche Fixkosten wie Mieten, weitere Mietkosten und der Finanzierungskostenanteil von Leasing-Raten beglichen werden. 

Zur Studie

KfW-Sonderprogramm bis Jahresende verlängert

Bundesregierung und KfW haben das KfW-Sonderprogramm bis zum 31. Dezember 2021 verlängert und zum 1. April 2021 die Kreditobergrenzen erhöht. So wurden zum Beispiel beim KfW-Schnellkredit die Kreditobergrenzen für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten auf 1,8 Mio. Euro (bisher 800.000 Euro) angehoben, für Unternehmen mit über zehn bis 50 Beschäftigten auf 1,125 Mio. Euro (bisher 500.000 Euro) und für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten auf 675.000 Euro (bisher 300.000 Euro). Mit den KfW-Krediten können Unternehmen auch Leasing-Raten begleichen.

Detaillierte Informationen

BDL-Akademie: Aus- und Weiterbildung

Der BDL bietet in seiner Akademie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Leasing-Gesellschaften ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm rund um das Leasing an. Die Inhalte sind auf die Leasing-Praxis abgestimmt und werden aktuell vor allem online angeboten. Angestrebt wird die Vermittlung von praxisgerechtem Leasing-Know-how für Einsteiger, Fortgeschrittene und Spezialisten.

Informationen über das Weiterbildungsangebot der BDL-Akademie stehen auf der BDL-Website zur Verfügung. Beschäftigte bei BDL-Mitgliedsunternehmen erhalten Sonderkonditionen.

 
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